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Verlegung von Tarkett Vinylfußböden

Der Gebrauchswert eines Bodenbelages wird nicht nur durch die Materialeigenschaften bestimmt, sondern im gleichen Maße durch die Güte der Verlegearbeiten. Die Vinylfußböden von Tarkett sind wie folgt zu verlegen:

Allgemeine Voraussetzungen

In der VOB (Verdingungsordnung für Bauleistungen) sind im Teil C "Allgemeine technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen ATV" hier Bodenbelagsarbeiten DIN 18365 festgelegt, die als Grundlage jeder Verlegung dienen. Die Verarbeitung unserer Bodenbeläge muss unter Beachtung der oben genannten Voraussetzungen erfolgen. Die nachfolgende Zusammenfassung stellt nur wesentliche Punkte dar.

Unterboden

Der Unterboden muss sauber, dauertrocken (Zementestrich unbeheizt <2,0 CM %/beheizt <1,8 CM %; Anhydritestrich unbeheizt <0,5 CM %/beheizt <0,3 CM %), planeben, dauerhaft fest, frei von Rissen und Verunreinigungen wie Fetten, Ölen, Wachsen, Farbresten oder sonstigen Fremdstoffen (insbesondere färbenden Substanzen) sein. Generell müssen Altbeläge (z. B. Teppich, PVC) vor einer Neuverlegung von Tarkett Vinylfußböden aus technischen und hygienischen Gründen entfernt werden. Eventuell zurückgebliebene Klebstoff- oder Schaumreste müssen in der Folge ebenfalls entfernt werden, damit Wechselwirkungen ausgeschlossen werden, und eine einwandfreie Verlegung des neuen Belages möglich ist. Verlegungen auf Unterlagen jeglicher Art sind nicht zulässig.

Vor der Verlegung

Prüfen Sie das Material vor der Verlegung auf Farb- und Chargengleichheit sowie auf Fehler. Mängelrügen oder Materialersatz sind nur bei unverlegter Ware möglich. Handelsübliche oder geringe, technisch nicht vermeidbare Abweichungen der Qualität, Farbe, Breite, des Gewichts, der Dicke, der Ausrüstung oder des Dessins, die jedoch innerhalb vorgegebener Toleranzen liegen, berechtigen nicht zur Beanstandung. Wir empfehlen in einem Raum nur chargengleiches und wenn möglich nach Rollennummern (auf Rollenetikett erkennbar) fortlaufendes Material zu verlegen. Zur Akklimatisierung muss der Belag vor der Verlegung mindestens 24 Stunden am Verlegeort unter den nachfolgend genannten Bedingungen gelagert werden. Unifarbene Beläge müssen gestürzt verlegt werden; gemusterte oder Dekorbeläge in gleicher Verlegerichtung. Bitte beachten Sie die Angaben zu den jeweiligen Dekoren/Qualitäten.

Klimatische Bedingungen

Eine wichtige Voraussetzung für die Handhabung, Verlegung und Klebung von elastischen Bodenbelägen stellen die klimatischen Bedingungen dar. Die Temperatur der Oberfläche des Untergrundes muss mindestens 15°C, die der Raumluft mindestens 18°C betragen. Die relative Luftfeuchte darf 75% nicht überschreiten.

Verlegung

Die Verlegung der Tarkett Vinylfußböden ist nach zwei unterschiedlichen Methoden möglich: der losen Verlegung und der vollflächigen Verklebung.

Lose Verlegung (Nicht VOB gerecht, daher nur im Ausnahmefall anzuwenden)

Bei üblichen Raumgrößen bis 20 m2 können Tarkett Vinylfußböden im privaten Wohnbereich - auf fachgerecht vorbereitetem Untergrund - lose verlegt werden.

Hierfür gelten folgende Verlegehinweise: Prinzipiell ist eine Naht im Bereich der Produktionskante zu schneiden. Lassen Sie die Bahnenkanten überlappen und passen sofern notwendig den Musterrapport von der Mitte aus an. Fixieren Sie die Bahnen mit kurzen Klebebandstreifen, damit sie sich nicht verschieben können. Schneiden Sie die überlappenden Bahnenkanten entlang einer Stahlschiene mit einem Doppelschnitt oder einem Nahtschneider und fixieren Sie anschließend die Naht von unten mit einseitigem, weichmacherbeständigem Klebeband. Halten Sie beim Zuschneiden des Belages zu Wänden, Einbauten und Mobiliar einen entsprechenden Abstand, damit der Belag bei Temperaturschwankungen Spielraum hat. Nun fixieren Sie den Rand- und Türbereich mit doppelseitigem, weichmacherbeständigem Klebeband. Eventuell vorhandene Luftblasen reiben Sie bitte vorher aus.

Vollflächige Verklebung

Nach den Nahtschnitten (siehe lose Verlegung) wird eine Bahn, die so genannte Leitbahn, in Längsrichtung zur Hälfte zurück geschlagen. Entlang einer der beiden, jetzt offen liegenden Bahnenkanten markieren Sie die Lage der Naht. Für Markierungen mit Schlagschnur bitte nur weiße Kreide verwenden. Filz-, Zeichenstifte, Tinte, Stempelfarben oder Kugelschreiber können dauerhafte Verfärbungen infolge Migration hervorrufen. Nun schlagen Sie die übrigen Bahnen zur Hälfte um und tragen einen geeigneten Dispersionsklebstoff auf. Achtung! Vermeiden Sie einen doppelten Klebstoffauftrag an der Umschlagkante.

Nach ausreichender Ablüftzeit wird zuerst die Leitbahn entlang der angezeichneten Linie ohne jeden Lufteinschluss eingelegt und angerieben, die sich anschließenden Bahnen ebenso. Eine vollflächige Benetzung der Belagsrückseite muss erreicht werden. Mit den noch nicht verklebten Bahnenhälften verfahren Sie bitte ebenso.

Danach schneiden Sie den gesamten Randbereich passend zu und walzen bzw. reiben die gesamte verklebte Fläche nochmals an. Bitte beachten Sie unbedingt die Verarbeitungshinweise des Klebstoffherstellers. Eine endgültige Belastung des so verlegten Bodenbelages darf erst nach dem völligen Abbinden des Klebstoffes (ca. 24-72 Stunden nach der Verklebung) erfolgen.

Nahtverschluss durch Kaltverschweißung

Nach dem völligen Abbinden des Klebstoffes empfiehlt sich eine Nahtabdichtung mittels Kaltschweißmittel (z. B. von der Firma W. Müller; Frankenthal). Decken Sie die Naht vorher mit geeignetem Klebeband (Papierklebeband, kein Krepp!) ab und pressen dieses mittels einer Andruckrolle fest an. Durchtrennen Sie das Klebeband dann entlang der Naht mit einem Rollmesser. Drücken Sie die Nadel der Tube tief in die Naht hinein, fahren in dieser entlang und dosieren mit der zweiten Hand das Kaltschweißmittel so, dass eine ca. 5 mm breite Benetzung des Klebebandes erfolgt.

Nach 5 bis 10 Minuten entfernen Sie das Klebeband schräg nach hinten. Der Gebrauchswert des Bodenbelags wird hierdurch gesteigert und der Untergrund vor Feuchtigkeitseinwirkung geschützt.