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Allgemeine Tipps zum Thema Tapete

Ein Raum wirkt niedriger, wenn
1. Sie ein waagerecht ausgerichtetes Muster kleben,

2. Sie die Decke dunkel tapezieren,

3. Sie nicht bis zur Decke tapezieren, sondern einen breiten Streifen der Wand frei lassen (evtl. Abschluss mit Borte), Sie die Beleuchtung nach unten richten.

 


 

Ein Raum wirkt höher, wenn

4. Sie ein senkrechtes Muster wählen, die Decke sehr hell tapezieren und zusätzlich beleuchten, die Wandtapezierung bis zur Decke reicht. Das Zimmer gewinnt an Tiefe

5. durch eine Wand in einer zurücktretenden Farbe (Blau- oder Blaugrüntöne) mit hellen Seitenwänden.

Ein großer Raum wirkt kleiner

6. durch ein diagonal verlaufendes bzw. großes Muster und/oder kräftige Farben.



Proportionen verändern

Tapeten machen Räume wohnlich. Darüber hinaus können sie ungünstige Grundrisse, Raumhöhen und Lichtverhältnisse verbessern.


Ein Zimmer wirkt größer, wenn man

7. helle Tapeten und kleinere Muster oder Unis verwendet,
8. eine Dekorwand (ohne Fenster und Türen) mit einem großen Muster tapeziert, ein dezentes Karomuster oder Glanzeffekte einsetzt.


 

So wird der Erker größer:

9. Durch eine helle Tapezierung vergrößern Sie optisch den Erker (und auch Dachgauben). Außerdem werden die angrenzenden Wohnräume beleuchtet.



Mit Borten gestalten

Mit passenden Borten bekommen ruhige Wände mehr Pep und auffallende, größere Muster einen angemessenen Rahmen. Borten sollten nicht mit der Tapete konkurrieren, sondern ihre Wirkung steigern. Strukturierte Borten kann man nicht auf Profi ltapeten kleben, weil die Haftung nicht ausreicht und die Kanten unschön wirken. Man passt sie sauber auf Stoß ein. Hier ist, wie auch bei Glattvinyl- und Textiltapeten, immer ein Bortenkleber zu verwenden. Papierborten können mit Spezialkleister auf Papiertapeten geklebt werden.

Borten im Kinderzimmer gehören zur Bilderwelt des Kindes und regen seine Fantasie an. Sie bilden den krönenden Abschluss Ihrer Wände. Borten verbessern die Raumproportionen und geben eine klare optische Orientierung. Die Borte gehört zur modernen Raumgestaltung


Ein farbenfrohes Dachzimmer. Die Borte als Drempelabschluss und der helle Sockel erweitern den Raum.


 

Die senkrechte Musterung weist nach oben zur Deckenkante. Ohne Bortenabschluss würde der Raum unfertig wirken.



Gerade große Wohnräume lassen sich durch Borten interessant gliedern und dekorieren. Fenster und Türen geben die Maße für Sockel und Paneele vor. Auch Möbel, Bilder usw. können gerahmt werden.


Die Fußleiste ist farblich auf die Borte abgestimmt. Der ausgesparte obere Wandfries macht den Raum niedriger und wohnlicher.


 

Die senkrechte Musterung weist nach oben zur Deckenkante. Ohne Bortenabschluss würde der Raum unfertig wirken.



 

Vor dem Tapezieren

Rollenbedarfsermittlung:
So finden Sie heraus, wie viel
Rollen Tapete an Ihre Wand
müssen.

 

Das richtige Werkzeug ist die Voraussetzung für saubere Arbeit. Ein Kleistergerät kann man sich anschaffen oder ausleihen. Ihren Tapetenbedarf können Sie dieser Tabelle entnehmen oder mit der folgenden Formel leicht ausrechnen. Die normale Tapetenrolle ist 0,53 m breit und 10,05 m lang, reicht also für ca. 5 m2 Wandfl äche. Raumumfang mal Raumhöhe, geteilt durch 5, ergibt die benötigte Rollenzahl. Fenster und Türen sind der Wandfl äche zugerechnet, sodass Sie genügend Verschnittreserve haben (wichtig bei größeren Versatzmustern).

TapezierwerkzeugVor dem Tapetenkauf sollten Sie sich in etwa über die Stilrichtung, Farbigkeit und Musterung Ihrer neuen Wände im Klaren sein. Das riesige Angebot wirkt oft eher irritierend. Leihen Sie sich ein Musterbuch aus und treffen Sie zu Hause in Ruhe Ihre Auswahl. Das Tapezieren sehr komplizierter Räume, vor allem mit kostspieligen Wandbekleidungen, überlassen Sie lieber dem Fachmann. Aber im Normalfall spart das Selbermachen viel Geld und macht Spaß. Tapezieren ist das reinste Erfolgserlebnis. Auf geht’s!


Die Vorarbeiten können gerade in Altbauwohnungen aufwändig sein. Spachteln und Schleifen lohnt sich aber. Alte Tapeten muss man vollständig entfernen. Abblätternde Dispersionsfarbanstriche sollten Sie abschleifen. Lackanstriche werden angelaugt und mit einem Haftvermittler gestrichen. Untertapeten sollten Sie kleben, wenn die neue Tapete hell, glatt bzw. glänzend ist. Dann sieht man jede Unebenheit im Seitenlicht. Streichmakulatur kann kleine Raustellen und Risse ausgleichen. Zuschneiden der Tapetenbahnen: Die Höhe des Raumes plus 10–15 cm ergibt die richtige Bahnlänge. Rapport beachten (s. Abb. unten).


Der Kleister wird nach der Regel je schwerer die Tapete, desto wasserärmer der Kleister angesetzt. Lieber dick angerührten Kleister dünn auftragen als umgekehrt. Den Kleister sollten Sie gründlich einrühren und ihn so lange quellen lassen, bis er fast transparent aussieht. Bei schweren, saugfähigen Tapeten (und bei Borten) kann man dem Kleister Dispersionskleber zusetzen und/oder in den Eck- und Nahtbereichen die Wand mit diesem Kleber vorstreichen, um die Haftung zu verbessern. Die richtige Verarbeitung und Kleistersorte sind auf dem Beipackzettel der Tapete angegeben. Diesen sollten Sie übrigens immer aufbewahren, für den Fall, dass Sie einmal reklamieren müssen.


Die Weichzeit richtet sich immer nach den Angaben des Beipackzettels – und ist doch abhängig von Ihrem Arbeitstempo. Wenn Sie schnell tapezieren, können Sie mehrere Bahnen vorweichen. Bei schwierigen Ecken wird die Weichzeit aber häufi g überschritten. Das kann zu Blasen oder offenen Nähten führen. Also nur wenige Bahnen einkleistern (ein Kleistergerät ist hilfreich) und in der gleichen Reihenfolge zügig verarbeiten. Zum Weichen werden die Bahnen von beiden Enden her zur Mitte hin (Kleister auf Kleister) zusammengelegt und eingerollt. Die Faltung nicht scharf knicken! Die Tapezierrichtung vom Licht weg ist nicht mehr aktuell, weil wir nicht überlappt, sondern auf Stoß kleben. Trotzdem sollte man am Fenster beginnend nach beiden Seiten fortfahren, damit hier das Muster stimmt. Wer zuletzt am Fenster landet, hat echte Probleme. Ausloten: Jede erste Bahn einer neu zu tapezierenden Wand wird ausgelotet, damit alle folgenden Bahnen senkrecht verlaufen.


Kleben: die Bahn mit Überstand oben ansetzen. Wenn sie haftet, die untere Bahnhälfte auslassen. Die Bahn mit der Bürste zu den Seiten andrücken. Empfi ndliche Tapeten mit der Gummirolle behandeln. Kleisterflecke gleich entfernen!


Das Trocknen der Tapete sollte nicht mit Durchzug oder voller Heizleistung beschleunigt werden. Wenn Sie diesen Hinweis beachten, können Sie sich auf ein sauberes, neues Zimmer freuen. Alle Falten sind über Nacht weggetrocknet.

 

 


Praxistipps

Jetzt haben Sie Ihre Grundkenntnisse im Tapezieren wieder etwas aufgefrischt. Sie haben die richtigen Tapeten in ausreichender Menge, den empfohlenen Kleister bzw. Kleber und prima Werkzeug im Haus. Vielleicht können Sie für die Arbeit noch ein paar Profi tipps brauchen. Falls Sie die schon kennen – umso besser!


Ecke

Wenn Sie richtig loslegen, kommen Sie bald an die erste Ecke. Die letzte Bahn ist garantiert zu breit, und es wäre nun am bequemsten, sie durch die Ecke auf der neuen Wand weiterzukleben. Da aber leider kaum eine Innenkante senkrecht steht, wird das Muster auf der neuen Wand schief. Außerdem zieht sich die Tapete beim Trocknen aus der Ecke heraus oder sie reißt ein. Sie müssen also die Bahn so trennen, dass sieca. 2 cm um die Ecke reicht. Der Überstand wird mehrfach eingeschnitten, die neue Bahn ausgelotet und auf den Überstand geklebt.


Abschluss

Für den sauberen Abschluss an der Decke und den Fußleisten hat sich das Kantenschnittlineal bestens bewährt. Der Zuschnitt passt genau, Messer und Untergrund bleiben unbeschädigt und Sie vermeiden Kleisterflecke an der Decke.


Fenster

Das Fenster kann den Tapezierprofi nicht schrecken. Er beginnt immer an einer Seite mit der ausgeloteten Bahn und klebt diese so an die Wand und über das Fenster hinaus, dass die überstehende Breite für die seitliche Laibung, plus Zugabe, ausreicht. Oben und unten eingeschnitten wird das Stück in die Fensternische eingeklappt und sauber beschnitten. Dann klebt man über dem Fenster in vollen Bahnbreiten weiter, damit das Muster sich fortsetzt. Dabei lässt man so viel Tapete nach unten überstehen, dass die Stücke in die obere Fensternische eingeklappt werden können. Das erste Stück im Ganzen neu einpassen. Das Stück für die zweite seitliche Laibung wird separat zugeschnitten und eingepasst.


Außeneck-Profilleiste

Mit einer Außeneck-Profi lleiste aus Kunststoff erreicht man saubere Abschlüsse auch an nicht genau senkrechten Kanten, wo das Muster nicht passend fortgesetzt werden kann. Das Profi l wird mit Kontaktkleber auf die Ecke geklebt, die Kanten angespachtelt und verschliffen. Die freibleibende Profi lnase schützt Strukturtapeten an den Kanten, und Textilbeläge können am Rand nicht aufribbeln. Alle hochwertigen Wandbekleidungen bleiben wesentlich länger ansehnlich. Das Profi l kann vor dem Tapezieren mit Dispersionsacryllack im Grundton der Tapete gestrichen werden.


Rundbögen

Für Rundbögen wird die Leiste an einem Schenkel mehrfach eingeschnitten, damit sie sich der Rundung anpasst, und anschließend eingeklebt. Nach dem Spachteln, Schleifen und evtl. Farbanstrich lässt sich die Wandbekleidung wie an einem Kurvenlineal schneiden.


Zimmerdecke

Die Zimmerdecke ist so groß wie der Fußboden. Sie prägt die gesamte Wohnstimmung und die Lichtverhältnisse im Raum ganz entscheidend. Ausdrucksvolle Strukturen oder farblich auf die Tapete abgestimmte Unis stehen in großer Auswahl zur Verfügung. Zur Technik: Arbeiten Sie möglichst zu zweit. Man markiert am Fenster die erste Bahn. Sie setzen die Tapete an, Ihr Partner hält die Restbahn z.B. mit einem Besen hoch. Besser ist es, wenn die geweichte Bahn ziehharmonikaartig auf einem „Tablett“ angereicht wird (auf der zweiten Leiter), weil sie dann nicht in der Länge überdehnt wird. Da die Deckentapezierung ihr eigenes Gewicht und hohe thermische Belastungen aushalten muss, ist auf eine sorgfältige Verklebung zu achten (Dispersionskleberzusatz). Es wird auf Stoß geklebt, mit Überstand auf den Wänden. Dieser wird nach gründlicher Trocknung mit einem langen Lineal sauber abgeschnitten. Dabei wird die Kante korrigiert. Für Rundbögen wird die Leiste an einem Schenkel mehrfach eingeschnitten, damit sie sich der Rundung anpasst, und anschließend eingeklebt.


Steckdosen

Die Zimmerdecke ist so groß wie der Fußboden. Sie prägt die gesamte Wohnstimmung und die Lichtverhältnisse im Raum ganz entscheidend. Ausdrucksvolle Strukturen oder farblich auf die Tapete abgestimmte Unis stehen in großer Auswahl zur Verfügung. Zur Technik: Arbeiten Sie möglichst zu zweit. Man markiert am Fenster die erste Bahn. Sie setzen die Tapete an, Ihr Partner hält die Restbahn z.B. mit einem Besen hoch. Besser ist es, wenn die geweichte Bahn ziehharmonikaartig auf einem „Tablett“ angereicht wird (auf der zweiten Leiter), weil sie dann nicht in der Länge überdehnt wird. Da die Deckentapezierung ihr eigenes Gewicht und hohe thermische Belastungen aushalten muss, ist auf eine sorgfältige Verklebung zu achten (Dispersionskleberzusatz). Es wird auf Stoß geklebt, mit Überstand auf den Wänden. Dieser wird nach gründlicher Trocknung mit einem langen Lineal sauber abgeschnitten. Dabei wird die Kante korrigiert. Für Rundbögen wird die Leiste an einem Schenkel mehrfach eingeschnitten, damit sie sich der Rundung anpasst, und anschließend eingeklebt.


Dachschrägen

Bei Dachschrägen entscheidet der „Knick“. Ist die Ecke absolut gerade, kann sie im Ganzen übertapeziert werden. Man trennt die Bahn im Knick und setzt den unteren Teil neu auf Stoß an. So wird verhindert, dass die Tapete sich beim Trocknen hohl zieht. Ist die Kante schief, wird das Unterteil mit Zugabe geklebt und dann das Oberteil darübergeklebt. Der Musterbruch stört kaum, kann aber auch mit einer Borte kaschiert werden.


Tür

Auch die Tür geht man von einer Seite an. Wenn zuletzt die Bahn (1) wesentlich breiter ist als der Abstand zur Zarge, teilt man die Bahn so, dass 2–3 cm am Türrahmen überstehen. Den seitlichen Überstand schneidet man am Lineal sauber ab. Die Restbahn (2) setzt man über der Tür wieder an. Dadurch bleibt das Muster voll erhalten.


Doppelnahtschnitt

Die neue Bahn wird so angesetzt, dass sie die vorherige um etwa 5–7 cm überlappt.


 

Die neue Bahn wird so angesetzt, dass sie die vorherige um etwa 5–7 cm überlappt.



Anschließend werden die Randstreifen abgezogen. Der Nahtbereich wird mit der Bürste oder Moosgummirolle gut angedrückt. Kleisterflecke entfernt man mit einem feuchten Tuch oder einem Schwamm.

Durch bündige Schnittkanten wird ein sehr sauberes Nahtbild erzielt.


 

Mit einer anderen Form des Doppelnahtschnitts lassen sich Schadstellen an der tapezierten Wand ausbessern: Auf die beschädigte bzw. verschmutzte Stelle wird ein neues Tapetenstück gehalten. Dann schneidet man mit dem Cuttermesser durch beide Schichten die schadhafte Stelle aus. Das alte Stück wird entfernt und das neue eingeklebt. Der Schaden ist beinahe spurlos behoben.



© Deutsches Tapeten-Institut GmbH, 2006